Eine Fehlgeburt bedeutet den ungewollten Verlust eines Embryos oder frühzeitige Geburt eines Kindes vor Erreichen der 22. Schwangerschaftswoche. Wenn ein Kind ein Geburtsgewicht von > 500g erreicht, dann wird bereits von einer Frühgeburt gesprochen, da der heutige Stand der Kinderheilkunde theoretisch ein Überleben ermöglicht. Eine Fehlgeburt in den ersten zwei bis vier Monaten wird als frühe Fehlgeburt bezeichnet.

Verschiedene Formen der Fehlgeburt

Definition gemäß der des Zeitpunkts

  • Frühestabort: Das ist nicht unbedingt ein medizinischer Begriff, bezeichnet jedoch sehr gut das, worum es geht: Eine Fehlgeburt die so früh stattfindet, dass sie faktisch unbemerkt bleibt und als verpätet Regelblutung interpretiert wird. Es handelt sich also um eine Fehlgeburt kurz nach der Einnistung.
  • Frühabort: Von einem Frühabort spricht man, wenn sich der Abort bis zur zwölften Schwangerschaftswoche (SSW) ereignet.
  • Spätabort: Bei einer Fehlgeburt ab der 13. SSW handelt es sich um einen Spätabort.

Definition gemäß der des Ablaufs

    Abortus imminens: drohende Fehlgeburt. Eine Blutung tritt auf, die Schwangerschaft ist aber noch intakt.
  • Abortus incipiens: Im gange befindlicher Abort. Die Fehlgeburt bereits im Gange, die fetale Anlage hat sich bereits gelöst und es bestehen Blutungen. Eine Therapie ist hier nicht mehr möglich.
  • Abortus incompletus: Wenn die Frucht zwar ausgestoßen wird, aber noch Gewebsreste in der Gebärmutter verbleiben, dann spricht man von einem „unvollständigen Abort“. Hier ist meist eine Ausschabung (Nachkürretage) zur Entleerung der Gebärmutter notwendig.
  • Abortus completus: Bei einer vollständigen Entleerung der Gebärmutter und einem Stillstand der Blutung spricht man von einem „vollständigen Abort“.
  • Missed abortion: Hier stirbt der Embryo meist in den frühen Schwangerschaftswochen ab und entwickelt sich nicht mehr weiter. Die subjektiven Schwangerschaftszeichen gehen zurück und das Schwangerschaftshormon im Blut verringert sich ebenfalls. Bei einem deutlichen Abfall des SAchwangerschaftshormons wird man die Diagnose meist noch zusätzlich mit Ultraschallkontrollen sichern. Auch beim „verhaltenen Abort“ ist eine Ausschabung notwendig.
  • Abortus febrilis: Hier kommt es zu einer Infektion der Gebärmutter. Meist geschieht dies, wenn ein inkompletter oder verhaltener Abort nicht aus der Gebärmutter entfernt wird.
  • habitueller Abort: Wenn eine Frau drei oder mehr Fehlgeburten hintereinander (nicht unterbrochen von einer ausgetragenen Schwangerschaft) erleidet.
 

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