Joseph Neulen, Leiter der Klinik für gynäkologische Endokrinologie (Behandlung von Hormonstörungen, Reproduktionsmedizin) am Aachener Klinikum ist sicher, dass mit PID viel Leid für die betroffenen Eltern verhindert werden könne, und dass das Verfahren bei strikt geregelter Anwendung eben nicht geeignet sei, den ethischen Konsens zu überschreiten oder gar «Designerbabys» zu manipulieren. «Das sind nicht haltbare und nicht seriöse Vorwürfe.»

Er grenzt die Risikogruppe genau ein. Bei einer Frau, die bereits mehrere Fehlgeburten erlitten hat, kann die Ursache medizinisch geklärt werden. Neulen: «Es werden verschiedene Untersuchungen gemacht und hierbei auch genetische Hintergründe berücksichtigt.»

Wenn auf Grund solcher Untersuchungen bei den beteiligten Eltern klar sei, dass sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Embryo bilden und im Mutterleib einrichten würde, der nach wenigen Wochen als Fehlgeburt ende, sei es aus medizinischer Sicht nicht zu vertreten, die Frau mit diesen Schwangerschaftsrisiken zu belasten. Neulen: «Bei den gegebenen medizinischen Möglichkeiten ist es zynisch, dieser Patientin zu raten, es so oft anzugehen, bis eben ein gesunder Embryo entstanden ist. Mittels PID ein Kind mit bestimmten Kriterien des Aussehens oder der Intelligenz zu kreieren, ist nicht nur unsinnig, sondern technisch nicht machbar. Was Befürchtungen in diese Richtung angeht, gehören sie ins Reich der Science Fiction.»

 

One Response to PID bei genetisch bedingten Fehlgeburten erlauben

  1. Stern sagt:

    Meine Worte! Wir wollen Mutter sein, keine Menschen designen! Und ich möchte es nicht wieder verlieren…

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