Stress in der Schwangerschaft gefährdet das Kind: Dadurch steigt die Zahl der Fehl- oder Frühgeburten. Möglicherweise ist eine Progesteron-Substitution in der Lage, dies zum Teil zu kompensieren.

Stress stört das fein austarierte Zusammenspiel von Hormonen und Immunsystem. Erhöhte Adrenalin- und Noradrenalin-Konzentrationen kurbeln die Produktion proinflammatorischer Zytokine an und steigern so das Risiko einer Fehlgeburt. Eine Schlüsselrolle hat hierbei das Progesteron, das vorzeitige Wehen verhindert. Bei Zunahme von Stress kann der Gelbkörperhormonspiegel sinken und den Verlauf einer Schwangerschaft gefährden.

Eine Berliner Studie, an der etwa 1000 schwangere Frauen teilgenommen haben, belegt diese Zusammenhänge. Alle 55 Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten, fühlten sich besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft gestresst. Ihre Progesteronspiegel lagen zum Teil deutlich niedriger als bei anderen Frauen.

Auch Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht des Kindes kamen bei den stressbelasteten Frauen häufiger vor als bei den anderen Schwangeren. Vermutlich beeinflusst der pränatale Stress die Gesundheit eines Kindes sogar lebenslang. Ein Grund hierfür könnte sein, dass die stressbedingten Entzündungsreize den Blutfluss im Mutterkuchen behindern und damit die Ernährung des Kindes gefährden.

Im Tierversuch gelang es bereits, stressbedingte Fehl- und Frühgeburten durch die Gabe von Progesteron zu vermeiden. Ob dies beim Menschen auch der Fall ist, kann noch nicht mit abschließender Sicherheit gesagt werden.

 

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