Wie eingangs erwähnt, sind die Doppelfehlbildungen der Gebärmutter angeboren und entstehen durch eine unvollständige Verschmelzung der „Müllerschen Gänge“ in der Embryonalzeit.

Diese Fehlbildungen können verschieden ausgeprägt sein und daraus resultiert dann auch ein unterschiedliches Fehlgeburtsrisiko.

Uterus arcuatus

Uterus arcuatusDer „Uterus arcuatus“ ist die am geringsten ausgeprägte Fehlbildung der Gebärmutter. Hier findet sich lediglich eine kleine „Delle“ im oberen Bereich, die jedoch keinen Einfluss auf den Verlauf einer Schwangerschaft hat. Eine Therapie ist daher nicht notwendig. Weder Früh- noch Fehlgeburten sind deutlich häufiger, so dass eine Operation in solchen Fällen nicht durchgeführt wird.

Uterus bicornis

uterus bicornis

uterus bicornis

Beim Uterus bicornis zeigt sich die Ausprägung der Doppelfehlbildung schon ausgeprägter. Die Übersetzung des lateinischen Begriffs lautet „zwei Hörner“ und das beschreibt die Form der Gebärmutter in diesen Fällen. Diese Fehlbildung erhöht das Risiko für eine Fehlgeburt um das Doppelte auf ca. 30% und auch der Anteil an Frühgeburten steigt deutlich auf 20% an.

Uterus duplex, didelphys

uterus duplexHierbei handelt es sich um eine vollständige Doppelanlage der Gebärmutter mit zwei Gebärmutterhälsen, die völlig getrennt voneinander sind. Gelegentlich ist diese Fehlbildung mit einem zusätzlichen Scheidenseptum verknüpft. Die Abortrate ist ebenso wie die Frühgeburtenrate auf ca. 40% erhöht, der Anteil der lebend ausgetragenen Kinder beträgt jedoch über 50%.

Uterus unicornis

uterus unicornisHier ist nur ein „Horn“ der Gebärmutter ausgebildet. Das andere fehlt völlig oder enthält keine Gebärmutterhöhle. In Fällen mit einem eigenen Lumen ist es problematisch, wenn dieses keinen Anschluss zur Gegenseite hat. Das Menstruationsblut kann in diesen Fällen nicht ablaufen und führt schon kurz nach dem Beginn der Regelblutung in der Pubertät zu starken Schmerzen und muss daher operativ angegangen werden.

Die Abortrate liegt hier über 50%, der Anteil der Frühgeburten bei 15%. Der Anteil der lebend geborenen Kinder ist deutlich reduziert und beträgt ca. 40%

uterus septus, subseptus

uterus subseptusDie häufigsten Fehlbildung der Gebärmutter ist das sogenannte Uterusseptum. Hierbei handelt es sich um eine schmale Wand, die sich in der Gebärmutterhöhle nach unten zieht. Auch wenn diese Fehlbildung nur sehr gering ausgeprägt ist, so hat sie doch die größten Folgen.

Je nach Ausprägung enden weit über 60% der Schwangerschaften vorzeitig als Fehlgeburt und weitere 20% werden zu früh geboren. Der Anteil an lebend geborenen Kindern ist hier mit knapp einem Drittel am niedrigsten.

 

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