Das Hauptproblem beim PCO-Syndrom ist der fehlende Eisprung und daher eher das Schwangerwerden als die Fehlgeburten.

Was führt zu Fehlgeburten beim PCO?

Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit von Fehlgeburten gegenüber Frauen mit einem normalen Hormonhaushalt deutlich erhöht. Man vermutet, dass die erhöhten männlichen Hormone die Eizellreifung stören und einen negativen Einfluss auf die Qualität der Eizellen haben sowie auf die spätere Fähigkeit des Embryos, sich dauerhaft einzunisten.

Diskutiert wird ebenfalls ein negativer Einfluss des oft erhöhten eisprungauslösenden Hormons (LH), welches ebenfalls negative Auswirkungen haben soll. Neuere Untersuchungen können dies jedoch nicht bestätigen.

Des weiteren rückt die Insulinresistenz, die mit dem PCO-Syndrom oft vergesellschaftet ist, zunehmend als Ursache für Fehlgeburten in den Vordergrund.

Behandlung

Die eingangs erwähnten Ursachen sollten daher zur Vermeidung von Fehlgeburten behandelt werden. Dazu ist in jedem Falle eine Veränderung der Lebensgewohnheiten notwendig, wenn Übergewicht mitursächlich für das PCO-Syndrom (und die Insulinresistenz) ist. Eine ausgewogene und kalorienarme Ernährung in Verbindung mit sportlicher Betätigung ist in solchen Fällen unbedingt anzuraten.

Die erhöhten männlichen Hormone und das erhöhte LH können durch eine vorübergehende Gabe einer Antibabypille normalisiert werden. Dieser Effekt ist nur vorübergehend, jedoch gerade in Vorbereitung auf eine Stimulation der Eierstöcke mit Hormonen sehr hilfreich. Die früher sehr häufig durchgeführte Gabe mit niedrig dosiertem Kortison ist nur bei bestimmten Enzymdefekten (Adrenogenitales Syndrom) zu empfehlen, ansonsten ist jedoch davon abzuraten.

Zur Behandlung des PCO-Syndroms im Zusammenhang mit einer Insulinresistenz kann Metformin verabreicht werden. Durch dieses Medikament werden die Insulinspiegel normalisiert und dadurch normalisieren sich die männlichen Hormone und in Folge dessen auch das LH. Die Einnahme von Metformin im Zusammenhang mit Kinderwunsch oder gar Fehlgeburten wird nach wie vor kritisch gesehen, da negative Effekte auf das Kind nicht ausgeschlossen werden können.

Erste Studien zu diesem Thema machen jedoch Hoffnung. Studien zum fortgesetzten Einsatz von Metformin bei schwangeren Frauen mit PCO-Syndrom ergaben keine erhöhte Rate an Retardierungen oder Missbildungen der Feten (Glueck et al. 2002). Der Einfluss auf den Fortgang der Schwangerschaft scheint sogar eher positiv zu sein, denn es fand sich in dieser Studie eine signifikante Senkung der Frühabortrate von 62 auf 26%.

Auch in Deutschland gibt es Experten, die eine fortgesetzte Behandlung mit Metformin bis zur 20. Schwangerschaftswoche empfehlen.

 

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