Unterfunktion ohne Antikörper

Besteht eine klassische Unterfunktion mit Schilddrüsenhormonwerten unterhalb der Norm, dann besteht die Therapie in der Gabe von Schilddrüsenhormonen. Diese werden in Tablettenform verabreicht. Am weitesten verbreitet ist die Gabe von L-Thyroxin, das dem körpereigenen Hormon Thyroxin entspricht. Zusätzlich kann auch Jod gegeben werden, wenn man aufgrund einer Struma (Kropf) eine jodmangelbedingte Unterfunktion vermuten muss.

Latente Unterfunktion ohne Antikörper

Liegt der TSH-Wert bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch oder habituellen Aborten über 2,5 mIU/ml, dann ist auch hier eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen in Erwägung zu ziehen, wobei diese niedrig dosiert mit 25 µg L-Tyroxin täglich begonnen werden sollte, bis der TSH-Wert auf 2,0 bis 2,5 absinkt.

Schilddrüsenantikörper bei TSH < 2,5 mIU/ml

Normalerweise besteht hier kein Behandlungsbedarf. Wenn jedoch bereits Fehlgeburten eingetreten sind, dann ist auch hier eine niedrig dosierte Behandlung mit L-Thyroxin sinnvoll und der TSH-Wert sollte auf Werte um 1,0 mIU/ml eingestellt werden. Zur Absenkung sehr hoher Antikörper-Titer wird oft auch zusätzlich Selen gegeben und im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung erfolgen zusätzlich gelegentlich niedrig dosierte Kortisongaben. Jod sollte in solchen Fällen nicht gegeben werden, lediglich im Falle einer Schwangerschaft ist dies zur Versorgung des Feten indiziert.

Schilddrüsenantikörper und TSH > 2,5 mIU/ml

Hier sollte bei Kinderwunsch und Fehlgeburten in jedem Fall therapiert werden, auch wenn die Schilddrüsenhormonwerte noch im Normbereich sind. Die Indiaktion zur Gabe von L-Thyroxin sollte großzügig gestellt werden, ebenso zur zusätzlichen Gabe von Selen.

Morbus Basedow

Sehr viel seltener, aber für den Verlauf einer Schwangerschaft deutlich nachteiliger ist die immunologisch bedingte Überfunktion der Schilddrüse. Eine ursächliche Therapie ist nicht möglich und grundsätzlich stehen drei verschiedene Optionen zur Verfügung:

  • die medikamentöse Therapie zur Unterdrückung der übermäßigen Hormonproduktion
  • die Radiojodbehandlung, bei der das Schilddrüsengewebe radioaktiv bestrahlt und damit aufgelöst wird
  • die teilweise oder vollständige Entfernung der Schilddrüse durch Operation

Ausführliche Informationen gibt es unter www.morbusbasedow.de.

 

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