Der Einfluss von Zähnen und Zahnfleisch auf die Zahngesundheit sollte nicht unterschätzt werden. Untersuchungen belegen, dass das Risiko für eine Fehlgeburt bei Frauen mit einer chronischen Zahnfleischentzündung um das Siebenfache erhöht ist:

Durch die Parodontitis gelangen Substanzen in die Blutbahn, die vorzeitig Wehen auslösen können, was zu einem früheren Geburtstermin führt. Studien aus den USA lassen vermuten, dass jede fünfte Frühgeburt durch eine entsprechende Zahnfleischbehandlung hätte vermieden werden können. Zusätzlich liegt das Risiko für Frauen, bei denen mehr als jeder dritte Zahn an Karies oder sonstigen Problemen leidet, noch höher. Untersucht wurden 2000 schwangere Frauen, bei denen es ansonsten keinen Risikofaktor für Frühgeburten gab.

Daher ist bereits bei einer geplanten Schwangerschaft darauf zu achten, dass diese chronischen Infektionen ausgeschlossen oder behandelt werden.

Morgendlichen Übelkeit und Zahnpflege

Problematisch ist das Zähneputzen in der Frühschwangerschaft, da es Übelkeit auslösen kann. Mit folgenden Maßnahmen lässt sich dieses Problem vermindern:

  • Die Zähne nie auf nüchternen Magen putzen, sondern vorzugsweise erst nach dem Frühstück.
  • Ein Problem stellt nicht nur die Zahnpasta dar, sondern auch die Zahnbürste, die einen Fremdkörperreiz auslöst. Man sollte daher möglichst kleine Bürsten verwenden, z. B. Kinderzahnbürsten.
  • Grund für das Erbrechen kann in einigen Fällen auch ein Zinkmangel sein. Die Einnahme von Zinkpräparaten kann dann hilfreich sein.
  • Wenn das alles nicht hilft, kann man vorübergehend auch eine medizinischen Mundspüllösung zur Reinigung verwenden. Das ist sicher nur eine vorübergehende Möglichkeit, da die mechanische Reinigung dadurch wegfällt, aber für die Wochen der Frühschwangerschaft in extremen Fällen ausreichend.

Zahnbehandlung in der Schwangerschaft

Es gibt Frauen, die bei Zahnproblemen in der Schwangerschaft nicht zu Zahnarzt gehen, weil sie befürchten, die Behandlung schade ihrem Kind. Das ist natürlich kompletter Blödsinn. Natürlich weiß auch der Zahnarzt, wie mit schwangeren Frauen umzugehen ist und wird darauf achten.

Wovor hat der Laie am meisten Angst?

Röntgen: Röntgenaufnahmen gelten bei ordnungsgemäßem Strahlenschutz als unbedenklich. Die Strahlenbelastung einer bei einer Zahnaufnahme liegt dann weit unter dem, was bereits als natürliche Strahlenbelastung täglich auf den Körper einwirkt. Da man kene unbedenkliche Schwellendosis beim Röntgen angeben kann, die in der frühen Schwangerschaft zulässig wäre, sollte nur bei zwingender Indikation geröntgt werden. Jedoch ist dies immer noch sehr viel weniger gefährlich, als eine falsche Therapie, weil man Kariesbefunde ohne Röntgen übersehen kann.

Örtliche Betäubung: Die Betäubungsspritze hat ist bei einer Schwangerschaft nicht schädlich, da nur sehr wenig von diesen Medikamenten in die Blutbahn gelangt und bei richtiger Wahl des Betäubungsmittels auch nicht in die Blutbahn des Kindes übertreten können.

Antibiotika: Gelegentlich müssen Infekte mit Antibiotika behandelt werden. Die meisten dieser Medikamente sind in der Schwangerschaft unbedenklich und die negativen Auswirkungen einer Infektion können sich wesentlich negativer auswirken als jedes Antibiotikum. Der Zahnarzt wird um die Zulässigkeit der Medikamente informiert sein.

 

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